Warum reisen wir?

Vom suchen und finden des Ziels

 

 

Ursprünglich sollte das ein Artikel über Neuseeland werden, der das Fernweh in dir weckt und dich inspirieren soll sofort deinen Rucksack zu packen und in das Land der Hobbits, Kiwis un der unendlichen Vielfalt der Natur zu reisen....

 

Doch erstens kommt es immer anders und zweitens als man denkt. 

 

Vor kurzem habe ich die Idee zu einem Bild umgesetzt.

Eine Frau, die aus einer Sanduhr versucht auszubrechen, dem Lauf der Zeit und Ihrem Schicksal zu entkommen.... Wegzulaufen....

Da kam mir die Frage:

Warum reisen wir eigentlich?

 

ist es nicht auch schön zu Hause, da wo du dich jetzt genau befindest? Die Sonne kitzelt dein Gesicht und ein Lächeln huscht dir über deine Lippen... Warum also kann ich nicht glücklich sein, hier und genau jetzt? Warum zieht es mich in die Ferne?

Ist es das Neue, Unbekannte, nie dagewesene?

Oder ist der Weg das Ziel?

 

Will ich endlich ankommen und wenn ja wo? Ist das der Weg zu mir selbst?

 

 

Und wenn ja, woher weiß ich wann ich am Ziel angekommen bin?

Ist Reisen nun eher weglaufen und ausbrechen oder ein Suchen um endlich anzukommen?

 

 

 

Die wunderbare ani beschreibt es in Ihren Küchenphilosophien (ich bekomme übrigens weder von ani, noch von Amazon eine Verkaufsprämie, aber Ihre Kolumnen sind absolut lesenswert, ich liebe Sie einfach und ertappe mich so oft dabei, dass ich mir denke: genau darüber hab ich auch schonmal nachgedacht, aber so wundervoll beschreiben hätte ich es nicht können...) so:

 

"Manche sagen, die Koffer zu packen, sei eine Flucht.

Andere wiederum meinen, dass das Reisen einen vorwärts bringt, wenn es darum geht, bei sich anzukommen.

 

Ich versuche das Ganze zu verbinden und sage:

1. Es kommt drauf an, was du daraus machst.

2. Es gibt einen wunderbaren Begriff und der nennt sich: Flucht nach vorne."

 

Ich finde das ist ein wunderbarer Ansatz. 


Africa road to heaven


 

Es gibt hunderttausende verschiedener Gründe zu Reisen...

 

... die Lust auf etwas Neues - mir ist´s zu Hause oft zu eintönig, oder langweilig -

... die Lust auf anderes Wetter - in Deutschland isst mir meist zu kalt, deswegen bevorzuge ich wärmere Gefilde -

… die Lust auf Abendteuer - ich pack mal das typische Backpacker Klischee aus -

… die Lust andere Kulturen und Menschen kennenzulernen und zu entdecken

… die Lust die tollen online Bilder selbst zu fotografieren oder zumindest persönlich zu überprüfen ob es dort wirklich so toll ist

… die Lust auf fremdes Essen - bei mir besonders ausgeprägt -

 

oder aber auch… 

 

... der Wunsch weit weg zu laufen, vor Problemen, Situationen, Ängsten, Personen,...

… der Wunsch etwas hinter sich lassen zu können

… der Wunsch woanders zu sein, weil man das Gefühl hat hier gerade nicht hin zu gehören

… der Wunsch einfach mal abzuschalten

… der Wunsch einfach mal man selbst zu sein, vielleicht auch mit sich selbst zu sein...

  

Alles unglaublich gute Gründe seinen Rucksack oder Koffer zu packen.

Bei mir trifft meist mehr als Einer zu und das ist auch völlig in Ordnung.



2011 bin ich ebenfalls weg gelaufen… Typisch, nach dem Studium, ich wusste nicht so Recht was nun aus mir werden sollte, einen 08/15 Bürojob wollte ich nie haben und so ganz genau meine Alternativen kannte ich auch nicht.

Also hab ich eine Freundin für die große weite Welt begeistert und wir sind los gezogen, auf einen acht monatigen Trip durch Südostasien, Neuseeland, Australien und Afrika.

 

Ich, schwer beladen mit der Illusion dass ich irgendwann auf einer Bergspitze sitze, unendliche Weite um mich herum und ich endlich weiß, was ich im Leben will…

Aber hell, so läufts natürlich nicht! Das Leben hat andere Pläne!

 

New Zealand

 

Ich kam zurück, wusste immer noch nicht was ich will - ich glaub so richtig weiß ich das bis heute noch nicht - aber im Gepäck hatte ich wundervolle Erinnerungen und ein Kaleidoskop an Erfahrungen, die mich stärker, reicher und mutiger gemacht haben.

 

Ich weiß wer ich bin und was ich kann, was mich an meine Grenzen bringt und ungeduldig und nervös werden lässt.

Ich weiß was mir wichtig ist und was ich liebe. Diese Erkenntnis kann mir niemand mehr nehmen…  

 

Ich durfte die wundervollsten Landschaften in meine Kamera bannen und morgens am Meer erwachen.

Ich habe die unglaublichsten Menschen kennengelernt, positiv und negativ.

Ich habe Herzlichkeit und Liebe in absoluter Armut erfahren.

Kurzum… 


Ich durfte Reisen!



New Zealand pathway photography


Der Grund dafür verliert sich meiner Meinung nach irgendwo auf dem Weg. Weshalb du gestartet bist ist irgendwann völlig irrelevant, auch wohin oder für wie lange. Ein Tagesausflug kann manchmal erfüllender oder beeindruckender sein, als ein ganzer Monat. Wichtig ist, was du draus machst!

 

Ich glaube dass man einfach offen sein sollte für Chancen, oder Möglichkeiten die sich Einem bieten und wenn das Herz ja sagt: Dann verdammt nochmal spring aus einem Flugzeug! Wieso auch nicht?  

 

Das Leben ist dazu da gelebt zu werden, man braucht nicht für Alles einen Grund.


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