Island - Die Magie der Nordlichter

Ein Abendteuer von Lagunen, Gletschern und Schwarzem Sand


Ich wollte mir endlich einen Lebenstraum erfüllen... Einmal im Leben Polarlichter sehen... Und natürlich fotografieren.

Doch wo am besten? Norwegen, Schweden, gar auf den Lofoten? Doch dafür hätte ich erstmal den Goldtopf am Ende des Regenbogens finden müssen... Also musste eine Alternative her. Und dann kam da Island....


Island - Das Land aus Feuer und Eis

 

Nachdem ich mich von ein paar Bildern auf Pinterest verzaubern hab lassen, war klar: Da muss ich hin. Nicht nur wegen der Nordlichter, Island wartet mit einer unglaublich atemberaubend, surrealen Landschaft auf... Und noch wichtiger: mit nur 300.000 Einwohnern auf 100.000 km², das macht 3,1 Einwohner pro km² (Im Gegensatz zu Deutschland mit 226). Die Vorfreude war groß!


 

Direkt bei Icelandair haben wir ein tolles Angebot gefunden, Übernachtung, Frühstück in Reykjavík  incl. Flug Ende Februar, eine Woche ca. 400€. Unschlagbar.

Also Mama eingepackt und in den Flieger gestiegen.

Wichtig zu beachten: Der Flughafen liegt ca. 50 km von Reykjavík entfernt, also unbedingt einen Transfer buchen, oder man muss auf den Airport Bus zurückgreifen.

 

Angekommen in wohl einer der enspanntesten Hauptstätte Europas entscheiden wir uns für einen kleinen "Stadtrundgang".

Zählt eine Stadt mit 100.000 Einwohnern schon als Stadt? 

 

Island - Reykjavík - Hallgrímskirkja
Island - Reykjavík - Harpa
Island - Reykjavík - Harpa
Island - Reykjavík - Harpa

Island - Reykjavík - Sonnenfahrt (Skulptur - Schiff)
Island - Reykjavík - Streetart
Island - Reykjavík - Streetart

 

Reykjavík an sich hat nicht sonderlich viel zu bieten, die "Hauptstraße" Laugavegur - hier gibt es viele Einkaufsmöglichkeiten, gemütliche Restaurants und Cafes -, die Hallgrímskirkja - eine ganz nett anzusehende Kirche - und die Harpa - das Opern- und Konzerthaus -, welches durch seine modernden Glaselemente ziemlich beeindruckt. Die sechseckigen Säulen sowohl der Harpa, als auch der Hallgrímskirkja sollen an die Basaltsäulen, die an Islands Küsten allgegenwärtig zu finden sind erinnern. Btw. Isländer haben einen ausgeprägten Nationalstolz.

 

Was mich dennoch an der Hauptstadt überrascht ist die Ruhe und Entspanntheit, die Sie ausstrahlt (mag auch daran liegen, dass wir im Februar hier waren), Ihre Kreativität und Ihr Sinn für Stil und Gemütlichkeit. Jeder Restaurant und Kaffee, jeder noch so kleine Laden oder Bibliothek ist mit vielen kleinen Details liebevoll dekoriert.

Das vermittelt gleich ein heimatliches Gefühl.

Aber wir sind ja nicht auf einem Städtetrip, sondern auf der Jagd nach Feuer, Eis und den Nordlichtern...

 


Island - Eine Hommage an die Natur


Also beschließen wir für die nächsten Tage den Golden Circle (Þingvellir, Gullfoss-Wasserfall, Geysir und Strokkur) und die Blue Lagoon (ein Thermalfreibad in spektakulärer Kulisse)  zu besuchen. Die touristischen Klassiker rund um Reykjavík, wie sich später heraus stellt...


Island - Golden Circle
Island - Golden Circle
Island - Golden Circle
Island - Golden Circle
Island - Golden Circle
Island - Golden Circle
Island - Golden Circle
Island - Golden Circle

 

Los gehts mit dem Gullfoss-Wasserfall, ziemlich beeindruckend, immerhin ergießen sich bis zu 2000 m³/s die beiden Kaskaden hinunter.

 

Wir fahren weiter nach Þingvellir, ein außergewöhnlicher Ort, denn u.a. hier treffen die amerikanische und die europäische Erdplatte aufeinander. So kann man beeindruckende Felsspalten und Gräben, aus schwarzem Gestein beobachten. Was für eine surreale Welt...

 

Angekommen am Geysir Strokkur (Bricht alle 5-10 Minuten aus) ist uns das Isländische Wetter leider nicht sonderlich wohl gesonnen und so müssen wir gegen Wind und Regen kämpfen, ist ja schließlich auch Februar.... Allerdings gibt es ein sehr nettes, wenn auch nicht gerade günstiges Cafe im Thermalgebiet Haukadalur, mit leckerem Kaffee und Kuchen so, dass uns gleich wieder warm wird. Der Geysir an sich ist ziemlich spektakulär, mit seiner, bis zu 35 Meter hohen kochend heißen Wassersäule. Das Gebiet drum rum ist von heißen und sprudelnden Wässerchen und Quellen umgeben, allerdings nicht besonders groß so, dass man hier auch relativ schnell wieder durch ist. 


Island - Blue Lagoon
Island - Blue Lagoon
Island - Blue Lagoon
Island - Blue Lagoon


Am nächsten Tag beschließen wir uns ein bisschen Entspannung zu gönnen und fahren zur Blauen Lagune (BLUE LAGOON).

Trotz der horrenden Eintrittspreise von 35€ plus ca. 25€ für den Transfer von Reykjavík und wieder zurück (man kann sich auch von hier direkt zum Flughafen fahren lassen) lassen wir uns auf das Experiment "heilendes" Wasser ein.


Dort angekommen bin ich überwältigt von der Landschaft  - diese Farben - das kräftige türkis des Wassers gepaart mit dem pechschwarz der Gesteine und dem satten grün des Moos drum rum.... Überragend! 

Allerdings kann man diese wunderschönen Landschaft auch bewundern, ohne den Eintritt zur Lagune bezahlen zu müssen.

Einfach am Eingang links vorbei und schon kann man in dieser Skurrilität lustwandeln... 


Das Thermalbad an sich ist äußerst enttäuschend, zumindest wenn man, wie ich bayrische Thermen gewohnt ist. Es ist einfach ein riesiges Freibecken, aus dessen Zentrum heißes, milchig weiß-türkises Thermalwasser sprudelt. Nach außen hin wird das Wasser, für die Verhältnisse im Februar ziemlich kalt so, dass wir beschließen uns schnell wieder im Dampfbad aufzuwärmen. Die einzige "Attraktion" ist ein kleiner Wasserfall unter dem sich meist alle Kinder der Lagune tummeln. 


Somit ist die Lagune aus meiner Sicht ein absolut überflüssiger und teurer Spaß.

Ich hätte mir lieber die Zeit nehmen sollen um etwas mehr die außergewöhnliche Landschaft drum rum zu bestaunen. 


Gesagt, getan...




Am nächsten Tag zieht es uns also weiter nach draußen, in die Natur um in das Land von Feuer und Eis einzutauchen...

Wir buchen einen zweitägigen Trip mit dem Ziel: 


Jökulsárlón - Die Gletscherlagune


Wir lassen die Stadt und all den Touristenkram hinter uns und begeben uns mit unserer kleinen Gruppe auf, gen Südosten der Insel.

Erster Stop: Der 62 Meter hohe Skogafoss, ein Waserfall von vieeeellen auf Island, aber nicht minder schön.


Weiter geht´s Richtung Vik durch hügelige Mooslandschaften, über Flüsse die sich ins Meer ergießen und vorbei an Vatnajökull, dem größten Gletscher, den ich je gesehen hab (Sorry Neuseeland, da kannst du einpacken).



Pünktlich zum Sonnenuntergang erreichen wir Jökulsárlón.

Eine von Vatnajökull´s Gletscherzungen schiebt sich in einen 18 km² großen See, der sich schließlich dem Nordatlantik hin gibt. Riesige Eisbrocken schwimmen auf der Wasseroberfläche, oder werden an den pechschwarzen Strand gespült.

Eine spektakuläre Kulisse, die auch schon so manchem James Bond für wilde Verfolgungsjagden zur Verfügung stand.


Atemberaubend schön....


Polarlichter - im Freudentaumel


In der Nacht wird dann endlich mein Traum wahr...


Meine aurora forcast app ist guter Dinge, eine sehr große Aktivitätswahrscheinlichkeit wird angezeigt.

Also noch einen Kaffe bestellt, warm angezogen, Kamera aufs Stativ gepackt und los geht´s auf der Jagd nach den Nordlichtern...


Und plötzlich sind Sie da, zunächst nur auf meinem Kameradisplay bei einer Belichtungszeit von 30 Sekunden sichtbar, aber schließlich können wir Sie mit bloßem Auge erkennen...

Sie tanzen über den Himmel grün und violett... Ich kann mein Glück kaum fassen....




Am nächsten Morgen dürfen wir noch den Sonnenaufgang in Jökulsárlón bestaunen, werfen einen Blick hinter den Wasserfall Seljalandsfoss  und legen einen kurzen Stop für eine kleine Gletscherwanderung ein, bevor es zurück in Richtung Reykjavík geht. 



Und so verabschieden wir uns, glücklich und zufrieden von einem Land, wie es vielfältiger und gegensätzlicher nicht sein könnte.


Island, ich hab mich verliebt.... Sei dir sicher, das war nicht mein letzter Besuch!






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Kommentare: 10
  • #1

    Mel (Sonntag, 15 März 2015 16:38)

    Ich liebe, liebe, liebe, liebe, liebe, liebe liebe deine Fotos!!!! Und Island ja sowieso.

    Drück dich
    Mel

  • #2

    Simone (Mittwoch, 18 März 2015 08:22)

    Danke dir Mel, das tut gut zu hören. Island ist wirklich ein Traum, ich muss unbedingt nochmal im Sommer hin!

  • #3

    Connie (Samstag, 06 Juni 2015 02:38)

    Deine Website und die tollen (Island) Fotos kamen gerade Recht - in vier Wochen gehts nach Island....gibt zwar im Juli keine Polarlichter, aber dafür kann ich ein andermal auf dem Weg nach Deutschland dort Halt machen. Danke! Connie

  • #4

    Simone (Samstag, 06 Juni 2015 08:37)

    Ohhhh...da wünsch ich dir gaaaanz viel Spaß! Island verzaubert bestimmt auch im Sommer. Ich will unbedingt nochmal hin und mir auch Landmannalaugar ansehen

  • #5

    Yves (Freitag, 09 September 2016 19:48)

    Ein schöner Bericht und schöne Bilder! (Hab deinen kwerfeldein-Artikel gelesen und schau mich jetzt hier um.) Da seid ihr ja im Schnelldurchgang durchgehuscht. Ich war vor einem Jahr im Herbst dort und habe ähnliche Erfahrungen gemacht. Seltsam, ich hab genau den gleichen Wunsch: nochmal im Sommer dahin. :-) Dann für besseres Wetter und Wasserfälle. Landmannalaugar ist nochmal ein Erlebnis für sich. Ich hab eine Tagestour mit (ich glaube) Iceland Mountain Guides im Superjeep gemacht. (In Island scheinen aber alle Touristenangebote gut zu sein.) Da ist aber auch ein Campingplatz und mit passendem Fahrzeug kannst du auch selbst dorthin fahren.

  • #6

    Simone (Samstag, 10 September 2016 12:25)

    Hallihallo Yves, vielen lieben Dank. Freut ich, dass ich ein bisschen Fernweh wecken konnte :-)
    Jaaaa.... Landmannalaugar wäre ein Traum. Ich bin in ein paar Wochen nochmal da (allerdings leider auch wieder nur für 5 Tage) und befürchte, dass man da ohne 4x4 nicht hinkommt und die Touren sind leider außerhalb meines Budgets :-( Aber ich bin sicher, Island hat noch so unglaublich viel mehr zu bieten. Schönes Fernweh :-)

  • #7

    Yves (Mittwoch, 14 September 2016 18:32)

    Simone, du kannst von der Straße 1 (Ringstraße) über die 26 und die F208 nach Landmannalaugar fahren. Laut der Karte, die dort aushängt (ich hab ein Foto davon gemacht), ist das ein „Drivable track, for reliable vehicles, coarse and steep but few wet sections“. Da es eine F-Straße ist, könnte die Nutzung mit kleineren Mietwägen allerdings verboten sein.

    Viel Spaß dort!

  • #8

    Simone (Freitag, 23 September 2016 12:37)

    Danke dir Yves, für deinen Tip. Ich befürchte unser kleiner Camper ist da nicht die beste Option dafür, aber dann gibt es wenigstens einen Grund irgendwann nochmal dorthin zu fahren ;-)

  • #9

    Thomas (Donnerstag, 27 Oktober 2016 00:30)

    Ich war bereits 3x da, zweimal im Winter und einmal im Sommer ( vor 5 Jahren, da war es noch ruhiger) und mir gefällt diese Insel extem..... dir möchte ich ein Kompliment machen, deine Bilder haben einen hohen Wiedererkennungswert und laden ein länger als eine Sekunde hinzuschauen. Bin jetzt schon 3x durch kenne die meisten Sujets...bin begeistert von deinen Bildern.Gratuliere

  • #10

    Simone (Donnerstag, 27 Oktober 2016 16:30)

    Lieber Thomas, danke dir <3 Das ist ja wundervoll zu hören! Freut mich sehr, wenn ich dich ein wenig begeistern konnte :-) Ui, 3x schon? Ja, bei mir war es mit sicherheit auch nicht das letzte mal. Island ist einfach ein Traum...

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