Plitvicer Seen - Oder auf der Jagd nach der Milchstraße

Von Wasserfällen, Seen und Sternen

Milchstraße über den Plitvicer Seel - Kroatien - Winter

 

Seit ich auf meiner Weltreise in Afrika, Neuseeland und Australien jede Nacht die Milchstraße sehen konnte, bin ich süchtig danach.

Süchtig nach den Sternen, deren Unendlichkeit und dass Sie uns zeigen, wie klein und unbedeutend man eigentlich in dieser Welt ist. 

 

Nach einem kleinen Abstecher nach Island, der auch schon wieder viiieeeeellll zu lange her ist musste ich Sie also wieder sehen und natürlich auch fotografieren. Diese Sterne...

 

Kleine Anmerkung: Ich wohne in Nordrhein-Westfalen, direkt zwischen Köln und Bonn. Wenn Ihr euch die Light Pollution map anguckt, wisst Ihr warum ich auf Entzug bin.

 

Ein Freund aus Mexiko, den ich auf meiner Weltreise 2011/2012 auf Bali - eine andere, wundervolle Geschichte -  kennen lernte ist auf Europa-Tour und war zu der Zeit in Tallinn.

Allerdings wurde es Ihm dort viiieeel zu kalt und im November auch schon viel zu dunkel...

Wen wundert´s, bei einem Mexikaner?

 

Somit war die Überlegung geboren uns irgendwo in südlicheren Gefilden zutreffen.

 

Er schlug Kroatien vor und da ich mich schon immer mal auf Winnetous Spuren begeben wollte waren wir uns schnell einig. 


Plitvicer Seen - Auf Winnetous Spuren

 

Mit nem Mietauto direkt vom Flughafen geht´s gleich los. Wir fahren gut zwei Stunden Richtung Süden und kommen spät Abends in Garbovac, bei unserer Unterkunft an. 

 

Mein Plan ist ja vor allem Sterne zu fotografieren, am besten noch im Nationalpark mit den Wasserfällen davor....

Nun ist es nur leider November und ich wusste, dass die Milchstraße im Winter zu fotografieren nicht besonders einfach ist.

Auf meine Sternenapp ist irgendwie leider auch kein Verlass...

Die ist mir zu kompliziert, schließlich will ich ja nicht Astronomie studieren und bin schon glücklich, dass ich Orion und den großen Wagen finde.... Also scheiß drauf und die gute altbewährte Methode in Anspruch genommen - beweg deinen Hintern raus in die Kälte und einfach ausprobieren! Getreu nach dem Motto:

 

"Rausgehen ist wie Fenster aufmachen. Nur krasser"

 

Gesagt getan... Kamera, Stativ, Fernauslöser und lichtstarkes Objektiv (leider kein Weitwinkel, aber immerhin 24mm auf ner Vollformatkamera - Canon 6D), Handschuhe eingepackt und los geht´s.

 

Auf der Hinfahrt hatte ich einen Feldweg erspäht, den ich jetzt unbedingt ausprobieren will. Wir sind zwar in einem Dorf, am Rande des Nationalparks, aber die Straßenlaternen der Hauptstraße geben noch viel zu viel Licht ab. Also laufen wir ein Stück in die Dunkelheit. Ich wusste gar nicht, dass sich Mexikaner vor der Nacht so fürchten...

 

So gegen 21 Uhr kann ich dann mein Glück kaum fassen, die Wolken reißen auf und was erblicken meine müden Augen?

Die Milchstraße! Hell, yea!!! Jackpot!

Die ersten Testbilder sind im Kasten und ich falle glücklich und entspannt ins Bett.


 

Milchstraße über Garbovac - Plitvicer Seel - Kroatien
Milchstraße über Garbovac - Plitvicer Seel - Kroatien
Milchstraße über Garbovac - Plitvicer Seen - Kroatien

 

Am nächsten Morgen geht´s auf Richtung Nationalpark - Plitvicer Seen. Da Winter ist und die eigentliche Straße zum Eingang gesperrt ist dauert die Fahrt doch etwas länger, als geplant. Aber nach ca 30 Minuten kommen wir am Eingang 1 an. Der einzige Parkeingang, der im Winter geöffnet hat, dafür zahlen wir aber hier auch keine Parkgebühren. 

Ein weiterer Vorteil des Besuches im Winter ist, dass man sich fast alleine im Nationalpark befindet. Alle übrigen Touristen fallen nicht sonderlich in der Weitläufigkeit des Parks auf. 

 

Schon kurz nach den Eingangsgebäuden erwartet uns ein spektakuläres Panorama.


Plitvicer Seen im Winter

 

Die Erwartungen sind hoch... Wir steigen weiter hinab zum Fluss und werden nicht enttäuscht.

 

Der Park ist über und über gespickt mit Wasserfällen, großen, kleinen, miniatur-mäßigen und gigantischen...

Atemberaubend schön...

 

Um die Wasserfälle so schön "weich fließend" abzubilden, muss ich die Belichtungszeit deutlich verlängern.

Aber wie macht man das am Tag, ohne dass das Bild überbelichtet?

 

Ganz einfach: Mit einem ND Filter, eigentlich nix anderes als eine dunkle Scheibe. Die gibt es in verschiedenen Verdunkelungsschritten.

 

Meiner, ein ND1000x verlängert die Belichtungszeit um 1.000 fach -  sprich 10 Blendenstufen 


Und so sind diese fleißend, weichen, "verwischten" Wasserfälle entstanden, mit einer Belichtungszeit von 20-30 Sekunden.

 

 

Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter

 

Ich bin immer noch überwältigt von der Schönheit der Natur... Wir gehen weiter, durch die Schatzhöhle aus Winnetous

"Der Schatz im Silbersee" und laufen ein Stück flussaufwärts, überqueren den Fluss und warten auf der anderen Seite auf die Fähre, die uns über den See zum "großen" Wasserfall bringt.Noch eine Spur gigantischer und spektakulärer schlängeln sich die Holzpfade übers Wasser und bahnen sich Ihren Weg, vorbei an den Wasserfällen, die einem den Atem rauben...


Mit Müh und Not erreichen wir die letzte Fähre am späten Nachmittag zurück. Der letzte Bus ist längst abgefahren und so müssen wir die gesamte Strecke wieder zu Fuß zurück und kommen erst wieder bei Dunkelheit am Eingang an. Da ich aber ja sowieso Sterne fotografieren möchte macht das natürlich nix.

 

Wenn ich mir den Himmel allerdings so betrachte ahne ich schlimmes...

Dicke Wolken versperren meine Sicht... Ohhh nein...

 

Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter
Plitvicer Seen im Winter

 

Wir beschließen erstmal was Essen zu gehen und drücken die Daumen, dass wir genauso viel Glück haben wie gestern. 

Als wir wieder am Eingang stehen, gen Himmel und zu den Wasserfällen blicken erwartet uns ein noch schlimmeres Bild als zuvor...

 

Dicker, dichter Nebel... Man kann fast die Hand vor Augen nicht sehen. Wir beschließen zurück zu fahren und noch einen Tee im Restaurant unserer Unterkunft zu trinken - es ist sau kalt, ist ja schließlich auch November -

 

Der Kellner unterhält sich kurz mit uns und hat noch einen Tipp: Es gäbe noch einen weiteren Eingang, für "locals" der oberhalb der Wasserfälle liegt. Wir müssten aber sehr aufpassen, da diese Strecke ziemlich steil und rutschig wäre, ach und dunkel ists ja auch. 

Klingt nach Abenteuer, das lass ich mir natürlich nicht entgehen, auch wenn mein Lieber Mexikaner etwas misstrauisch ist. Wir fahren in die Richtung, die uns gesagt wurde, immer weiter bergauf und tatsächlich, irgendwann sind wir oberhalb des Nebels und können die Sterne sehen! Endlich!!! 

 

Wir fahren weiter und weiter, aber irgendwie passt die Beschreibung des Kellners nicht mehr auf unseren Weg. Ich beschließe auszusteigen und hier noch ein paar Bilder zu machen... Gute Entscheidung, wie sich später herausstellt.

Obiges Titelbild entstand an dieser Stelle.

 

Uns schwant: wir haben uns verfahren, kein Problem wir drehen einfach um und erreichen die besagte Stelle. Nur leider sind wir auch wieder ein bisschen den Berg hinunter gefahren, somit liegt hier immer noch alles im Nebel bedeckt...

Pech gehabt, diesmal gibt´s eben keine Wasserfälle mit Sternen... naja vielleicht beim nächsten mal.

 


Einen Tag in Zagreb

 

Am nächsten Morgen fahren wir zurück nach Zagreb und verbringen dort noch einen entspannten Abend. Suchen uns ein nettes Restaurant und bekommen endlich auch eine genießbare Fleischplatte. Alles andere zuvor war zuuuuu touristisch und leider nicht nach meinem Geschmack, dabei hatte ich bisher immer nur gute Erfahrungen mit der kroatischen Küche gemacht...

 

 


 

Den nächsten Tag verbringen wir mit ein bisschen Sightseeing in Zagreb. Wir entdecken den Mirogoj-Friedhof, längst nicht so schön wie der Cimitero Monumentale in Mailand, aber ähnlich vom Stil und hat trotzdem seinen Reiz...

Ein bisschen verwunschen, verschlungen und verwuchert...


 


 

Ein weiteres Highlight ist das "Museum of broken relationships" eines der verrücktesten Museen, die ich bisher gesehen habe. Ausgestellt sind Objekte, aus aller Herren Länder, mit der jeweiligen Geschichte einer zerbrochenen oder beendeten Liebe. Traurige, lustvolle, leidvolle oder tränenreiche Geschichten die einem ans Herz gehen...

Sogar eine Axt lässt sich dort finden, was für eine Geschichte wohl dahinter steht?

 



Und so verlasse ich Kroatien nach einem perfekten, verlängerten Wochenende und kehre zurück in meine neue Heimat...



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Kommentare: 5
  • #1

    Andreas Gaßner (Dienstag, 06 September 2016 08:31)

    Servus Simone!
    Welche Optiken verwendest Du? Die Zagreb-Bilder gefallen mir besonders!
    LG aus Österreich
    Andreas

  • #2

    Simone (Samstag, 10 September 2016 12:20)

    Hallihallo Andreas,
    diese Bilder stammen aus 2014, da habe ich noch mit einer 600D und dem Sigma 17-50mm, f2,8 sowie dem Canon 50mm f1,8 entstanden. Mittlerweile fotografiere ich mit einer 5D MIII und einigen Objektiven (für Landschaften: Canon 16-35 f4, Canon 24 f1,4). :-)

  • #3

    Belle Wertz (Donnerstag, 02 Februar 2017 12:48)


    When I originally commented I clicked the "Notify me when new comments are added" checkbox and now each time a comment is added I get three e-mails with the same comment. Is there any way you can remove me from that service? Appreciate it!

  • #4

    Simone (Donnerstag, 02 Februar 2017 12:51)

    Hi Belle, I´m sorry that you´re getting those mails, but they are not from me. I don´t have a checkbox saying "Notify me when new comments are added". Would be helpful if you could sent me a picture of what you mean, or pass me this E-Mails, so I can have a closer look at it. Thanks a lot for your feedback.

  • #5

    Darlene Ogilvie (Donnerstag, 02 Februar 2017 16:11)


    Hey just wanted to give you a quick heads up and let you know a few of the images aren't loading correctly. I'm not sure why but I think its a linking issue. I've tried it in two different web browsers and both show the same outcome.

KEEP IN TOUGH


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